Furnierherstellung
Die Furnierherstellung ist die dekorativste und gleichzeitig sparsamste Produktionstechnik, um hochwertige Oberflächenmaterialien aus Echtholz herzustellen. Moderne Produktionstechnik ermöglicht eine vielfältige Aufarbeitung des Holzes zu Furnieren. Aus einem Kubikmeter Holz werden zwischen 800 und 1000 qm Furniere erzeugt, keine andere Produktionsart für Holz ermöglicht solche Ausbeutezahlen.
Im folgenden soll in kurzer Form die Furnierherstellung erläutert werden.



Zurichten Die Aufarbeitung des Furnierstammes hängt von folgenden Faktoren ab, die im Rundholz beurteilt werden müssen:

Geradschäftigkeit
Herz- und Spannungsrisse
Sichtbare Fehler (Äste, Noppen, Faulstellen)
Dimension
Farbe
Struktur

Form

Nach heutigen Qualitätsnormen soll eine möglichst fehlerfreie, farblich einheitliche und in der Struktur regelmäßige Fläche erzielt werden. Daher bedarf es sehr hoher Erfahrung und viel Wissen über das Furnierholz, um eine korrekte und optimale Zurichtung zu gewährleisten.

Es gibt verschiedene Techniken der Aufarbeitung, die jeweils unterschiedliche Oberflächeneffekte des Furniers ergeben (siehe auch: R Graphik Messerarten).
Die sorgfältige und fachgerechte Beurteilung des Rundholzes, auch im Hinblick auf die voraussichtlich erzielbare Qualität sowie den möglichen Verwendungszweck, ist daher Grundlage der im weiteren Produktionsablauf erzielten Furnierqualität.

Entsprechend der Zurichtung wird der Furnierblock nach der Entrindung auf der Blockbandsäge aufgetrennt.



Kochen Als nächster Schritt im Produktionsprozeß erfolgt das Kochen des Furnierblockes. Ausgenommen davon bleiben Holzarten, bei denen es auf helle, weiße Farbe ankommt wie z. B. Ahorn oder weiße Buche.
Durch das Kochen in heißem Wasser werden zwei Effekte erzielt:


Dem Holz wird die notwendige Geschmeidigkeit gegeben, um einen glatten Schnitt und damit eine einwandfreie Aufarbeitungsqualität zu gewährleisten.

Durch die Dauer des Kochvorgangs wird die Farbe des erzeugten Furniers beeinflußt. So verändert z. B. die ursprünglich weiße Buche ihre Farbe durch Kochen zu einem rosa- bzw. lachsfarbenen Ton.

Abhängig von der Holzart und dem Farbanspruch sind Kochzeiten von einem Tag bis zu einer Woche notwendig.
Über den jeweiligen Zeitraum hinweg gibt es für die einzelnen Holzarten einen unterschiedlichen Temperaturverlauf, der exakt eingehalten werden muß, um Farbfehler zu vermeiden.
Da die Wasserqualität (Härte, chemische Zusammensetzung) eine erhebliche Rolle für den Kochverlauf spielt, hat jeder Furnierhersteller hinsichtlich Zeit und Temperatur eigene Werte entwickelt, die sich für ihn als am günstigsten herausgestellt haben.



Fortsetzung